Handarbeitskreis

Der Handarbeitskreis:

1 Montag pro Monat (siehe Gemeindebrief) ab 14 Uhr im Gemeindehaus Hauptstraße

„Morgen trifft sich um 14 Uhr der Handarbeitskreis im Gemeindehaus Hauptstraße. Es wird gestrickt, gehäkelt, gestickt und auch ein bisschen geplaudert. Wer Interesse hat, kann gerne auch einmal probeweise vorbeikommen. Herzliche Einladung dazu!“

 So wird einmal monatlich im Sonntagsgottesdienst bei den Abkündigungen zu einem schon viele Jahre bestehenden Interessenkreis eingeladen.

 Probeweise vorbeikommen …., ja, eine gute Idee! Wie sonst auch könnte man sich besser ein Bild davon machen wer hier was werkelt, wie die Stimmung ist, warum viele der Teilnehmerinnen schon seit Jahren (oder Jahrzehnten?) einmal monatlich zusammenkommen, Wollknäuel, Garne, Nadeln aller Art, Strickanleitungen und Handarbeitshefte auspacken und im großen, manchmal auch kleinen Kreis für 2-3 Stunden zusammen sitzen.

 Dabei ist es natürlich keineswegs so, dass jeder still und in sich gekehrt, einen Strumpf, einen Schal oder ein Pulloverteil bearbeitet, dafür müsste man sich schließlich nicht im Gemeindehaus treffen. Nein, auffallend ist vielmehr ein vielfältiges Miteinander, ein Hinwenden zum Nachbarn, ein Austausch über Techniken und Erfahrungen mit verschiedenen Materialien.

 Eine neu hinzugekommenen Teilnehmerin erhofft sich Rat und Hilfe beim Anfertigen eines Schales mit einem modernen Garn und entsprechender Arbeitstechnik. Nicht ganz einfach die Sache, aber in diesem Kreis findet sich doch gleich jemand, der weiterhelfen kann und im Laufe des Nachmittags entsteht ein ansehnliches Stück Schal. Obendrein bekommt der Eine oder Andere Lust, für sich ebenfalls ein solch ausgefallenes Stück anzufertigen.

 An anderer Stelle wird der Fortschritt an einem Pulloverteil bestaunt, auch hier steht die Freude an Strickmustern und Material-Kombinationen im Vordergrund. Hier und da wird ein Strumpf  quasi nebenbei gestrickt, die Finger scheinen selbständig Ordnung in die vielen Nadeln zu bringen während die dazugehörigen Personen ins Gespräch vertieft sind, auch um ihre Erfahrungen weiter zu geben. Denn das ist ja wohl selbstverständlich: Soviel Frauen-Power kann nicht schweigend zusammenkommen. Und Thema ist natürlich nicht nur der Pullover des Nachbarn....

 Und auch das gibt es: Die vom Alter und der Arbeit etwas steifen und verformten Finger, sind vielleicht nicht mehr so geschickt im Umgang mit Nadel und Faden, das Gehör lässt nach, die Augen erkennen die feinen Maschen nicht mehr richtig, aber das Gefühl, seinen Platz in der Gemeinschaft zu haben, lässt gelegentlich eine langjährige Teilnehmerin vorbei schauen, einfach um die Gesellschaft zu genießen.

 Und übrigens: Es hat schon seinen Sinn, dass der Handarbeitskreis nicht: „Evangelischer Ü-50 Frauenkreis“ heißt, denn willkommen ist eigentlich jeder, und natürlich auch jüngere, zufällig nicht weibliche und nicht-evangelische Personen, auch wenn sie nicht aus Kreuzwertheim sind. Wünschenswert sind aber: Interesse an Handarbeit,  Freude am Austausch, am Ausprobieren und geselligen Miteinander. Es besteht keine Verpflichtung zu regelmäßiger Teilnahme, das ergibt sich ohnehin ganz von selbst.

 Zuletzt noch ein Tipp: Schauen Sie doch während der Weihnachtszeit (natürlich nicht nur da) mal in unsere Kirche hinein: Die Schar der luftig-leichten Engel, die den Weihnachtsbaum ziert, ist Stück für Stück ebenfalls unter den Fingern der Mitwirkenden im Handarbeitskreis entstanden und sie laden auf ihre Weise ein, doch einfach mal probeweise im Gemeindehaus vorbei zu schauen, wenn es an einem Sonntag mal wieder heißt: „Morgen trifft sich um 14 Uhr der Handarbeitskreis….“

Text und Bilder von Cosima Mora - Mai 2014