Ökumenischer Seniorenclub

Vierhundert Jahre nach den Augsburger Bekenntnissen, die letztlich die Spaltung der Kirchen nach der Reformation besiegelt hatten, wollte man endlich ein Miteinander. Das ganze Land – die ganze Welt war aufgeteilt in katholisch und evangelisch. Das hatte schmerzhafte Auswirkungen, bei Heiraten ging es quer durch die Familien.

Nun einigten sich die Theologen – wieder in Augsburg, auf gemeinsame Texte für das „Vater unser“ und das „Glaubensbekenntnis“. Welch ein Fortschritt! In Rom lud Papst Johannes XXIII. zum Konzil, auch evangelische Theologen waren geladen.

Die Gemeinden vor Ort lebten auf. Kreuzwertheim, durch die Grafschaft evangelisch, hatte immer im sehr nahen Kontakt zu den katholischen Nachbargemeinden gelebt. Man hatte sich respektiert – aber geheiratet wurde nur selten untereinander, das war zu schmerzhaft und schwierig.. 

Endlich kam dieser Aufbruch! Von “unten“ und von „oben“ wurde er sehr begrüßt. In Kreuzwertheim gründete sich eine „Ökumenische Praxisgruppe“ wie auch der Ökumenische Seniorenclub. 

Seit dieser Zeit – 19.7.1972 – treffen sich die Senioren einmal im Monat gemeinsam. Alle sind herzlich willkommen! Immer am zweiten Dienstag im Monat im Ökumenischen Seniorenclub – früher Altenclub genannt. 

Das gemeinsame Treffen ist wichtig, die Gespräche – und vor allem die Isolation zu unterbrechen. Alle sind eingeladen, auch schmale Geldbeutel sollen keine Ausgrenzung bedeuten. 

Im Januar beginnen wir das neue Jahr mit einer Andacht in der schönen kleinen Kirche in Wiebelbach – anschließend duftet der Kaffee zu den herrlichen Kuchen der Wiebelbacher Frauen im Feuerwehrhaus. Nach einer Stärkung mit dem berühmten Kochkäs oder einer Wurst bringt uns der Bus wieder nach Kreuzwertheim.

Den Fasching feiern wir im Februar im Fürstin-Wanda-Haus.

Ab März geht es zu einer Halbtagestour mit dem Bus auf Reisen. Das macht allen besonders Spaß – und es gibt immer noch interessante Ziele. Zum Abschluß wird natürlich zum Vesper eingekehrt.

Im Juli ist großes Grillfest im Fürstin-Wanda-Park, dazu besucht uns in den letzten Jahren – wie auch zur Weihnachtsfeier, der Kindergarten Turnplatzstraße und zeigt uns das „neueste Programm“. Gemeinsame Lieder sind allseits beliebt.

Im August ist Urlaub – aber im September und Oktober warten wieder interessante Ziele auf uns.

Im November, nach selbstgebackenen Kuchen, gibt es einen Vortrag oder Theater oder andere interessante Informationen.

Der Dezember schließt mit der Weihnachtsfeier das Jahr ab.

Mancher kam mit unserm Bus so zum ersten mal auf den Hasselberg, nach Külsheim oder ins Kloster Bronnbach zu einer Besichtigung. Aber auch nach Bamberg oder in den Palmengarten nach Frankfurt und vieles andere mehr. 

Eine engagierte, fröhliche Gruppe von Frauen und Männern bereiten alle Treffen ehrenamtlich vor und begleiten uns bei den Fahrten. 


 

Ein Gedicht von Karl Nather zur Weihnachtsfeier 1977 ist noch heute voll gültig – wenn auch die Namen inzwischen andere sind:  Heute: 

      Dank an unsere Frauen. 

      Wir feiern gern die Weihnachtszeit

      In traulicher Gemütlichkeit

      Und staunen nur, wie unsere Frauen

      Imstande sind, das aufzubauen.—

      Und stets mit Liebe und Geduld –

      Wir stehen tief in ihrer Schuld. 

      Frau Heeg heißt alle erst willkommen,  Gertrud Schauber

      Die in dem Raume Platz genommen

      Und weist in das Programm uns ein,

      Das heut uns soll beschieden sein. 

      Da ist zunächst Frau Dosch zu nennen,  Trudel Dosch

      Die sicher alle von uns kennen;

      Wo Leid ist, da ist auch ihr Ziel,

      Sie kennt von dieser Art sehr viel

      Und ist bemüht, das Leid zu lindern

      Und arge Schmerzen zu verhindern

      Mit immer freundlichem Gesicht. ---

      Wer liebte solchen Engel nicht? – 

      Dann macht manch´ andere gute Fee  Gertrud Gegenwarth

      Schon in der Küche den Kaffee,         Marianne Sauer

      Frau Endres und Frau Sieburg kochen,

      Was wir beim Eintritt schon gerochen;

      Im Kaffee kochen sind sie Meister,

      Der Heinzelweibchen gute Geister. 

      Dann kommen noch die Kuchen dran,

      Die man nach Lust vertilgen kann.   Rena Meister

      Es gibt sogar verschiedene Sorten   Christel Kronmüller

      Und manche ähneln stark an Torten.

      Und schneller, als der Mensch wohl denkt

      Ist schon bei jedem eingeschenkt. 

      Wird irgendwo ´ne Tasse leer,

      Kommt die Frau Schröter schon daher  Lydia Fröber

      Und frägt mit ihren schönen Augen:

      „Wem mag noch eine Tasse taugen?“

      Drum hat sie nicht umsonst gefragt,

      Denn mancher hat schon „Ja“ gesagt. 

      Frau Martin als Betreuerin    Maria Dinkel

      Hat ausgesprochenen Ordnungssinn,

      Sie überwacht Programmgestaltung   Marie u. Georg

      Und angenehme Unterhaltung   Wolpert

      Und ist bemüht, und interessiert,   Leni Dinkel

      Daß alles pannenlos passiert. 

      Den beiden Pfarrern sei gedankt,

      Die Weihnachten bei uns verbracht,

      Auch war ich beinah´ so vermessen,

      Den Bürgermeister zu vergessen,

      Doch bitte ich, mir zu verzeihn,

      Ein andermal wird´s nicht mehr sein. 

      Auch allen, die hier nicht genannt,

      Sei ihr Bemühen anerkannt,

      Das wir genossen in der Weise

      In freundschaftlich gesinntem Kreise.

      Wir sagen allen: „Danke schön!

      Im nächsten Jahr: Auf Wiedersehn!!!“ 

       

      Gebe Gott, daß  es diese Gemeinschaft noch lange gibt! 

      Gertrud Schauber, 19. 4. 2007