Pilgern macht Spaß

Pilgerwanderung im Taubertal

Die 3. und damit auch die letzte eintägige Pilgerwanderung für dieses Jahr fand am 26. Oktober 2013 bei schönstem Herbstwetter statt.

Der Weg führte uns an diesem Tag von Tauberbischofsheim (Führung in der Peterskapelle) nach Grünsfeld-Hausen (Besichtigung der Doppel-Oktogon-Kapelle St. Achatius) und Grünsfeld und dann über Gerlachsheim (beeindruckende Barock-Kirche des ehem. Prämonstratenser-Klosters) nach Lauda.

Der Herbst erinnert mehr als jede andere Jahreszeit an die Endlichkeit allen Lebens. Dieses Thema griffen wir unterwegs z.B. beim Betrachten abgestorbener Baumstämme auf, gelangten aber auch zu der Erkenntnis, das ganz besonders Totholz ein wunderbarer Nährboden für neues Leben ist. 

 Auch wir Pilger machen nun erst mal eine Winterpause und treffen uns dann im Frühjahr wieder mit neuen Kräften und Ideen zu weiteren Tageswanderungen.

Text von Cosima Mora - Bilder folgen.

 

 

Das goldene Vlies und fliegende Schachbretter, Pilgertag im Taubertal

Absagen und verschieben? Oder doch pilgern, trotz der sommerlichen Hitze?

Die Frage stellte sich bei zu erwartenden 32°C im Schatten natürlich schon, andererseits: Wieso soll Pilgern nicht auch anstrengend sein dürfen?

Jahrhundertelang sind gläubige Menschen unter großen Strapazen und Gefahren für Leib und Leben tausende von Kilometern u.a. nach Santiago des Compostela gepilgert (und auch wieder zurück!). Spuren auch in unserer Gegend geben bis heute ein lebendiges Zeugnis davon, zu welchem Ziel die Pilger unterwegs waren und sind: Pilgerrouten durch ganz Europa (alte und neue) sind nach Skt. Jakobus d.Ä. benannt, der – so verschiedene Legenden - im Westen Spaniens seine letzte Ruhestätte fand. Heutzutage ist dagegen eher der Weg als Ziel in den Mittelpunkt gerückt.

Unser Ziel am 20. Juli war es, auf dem Weg von Gamburg über Dienstadt nach Tauberbischofsheim (eine Strecke von 20 km), die Entwicklungsgeschichte der Erde, parallel zur Schöpfungsgeschichte der Bibel, sichtbar und erlebbar zu machen. Pilgern bedeutet immer aber auch „Beten mit den Füßen“, und so nahmen wir uns Psalm 139, ein 3000 Jahre altes Gebet Davids, als Richtschnur, um über unsere eigene Schöpfung und Entwicklung nachzudenken. In diesen teilweise sehr poetischen Versen schildert David Gott als allwissend, allgegenwärtig und allwirksam. Der zentralen Aussage „wunderbar sind Deine Werke, das erkennt meine Seele“, konnte sich an diesem Tag jeder von uns von Herzen anschließen. Allein schon die Wegführung durch lichte Wälder, an den Naturschutzgebieten „Apfelberg“ und „Leinetal“ vorbei, zwischen reifenden Getreidefeldern hindurch zu kleinen Kirchen und Kapellen hielt die Füße fast von alleine in Bewegung. Unzählige Schmetterlinge flatterten um uns her, besonders auffallend und häufig waren Falter einer schwarz-weiß gefleckten Art, das sogenannte „Schachbrett“. 

 Der für mich persönlich schönste Wegabschnitt war eine ca. 1 km lange Strecke zwischen Dienstadt und Königheim: Befreit von der Unrast des Alltags hat man auf Pilgerwegen gelegentlich das seltene Glück, Momente vollkommener Harmonie und Schönheit zu erleben. In diesem Fall waren es die sanft gewellten Gerstenfelder, die an das plüschig weiche, seidig glänzende Fell eines sanften, großen Tieres erinnerten. Die langen Grannen reflektierten die Sonnenstrahlen des Nachmittags und tauchten die Felder in rotgoldenen Glanz. Zudem strich ein vorsichtiger Wind über die Ähren und ließ die Felder leise raschelnd wispern. Hätte man mich je um eine Beschreibung des Goldenen Vlieses aus der griechischen Mythologie gebeten, so wäre sie nur durch einenVergleich mit diesen Feldern perfekt gewesen.   

 Am Ende des Tage des Tages waren sich alle Teilnehmer einig. Die Erfahrungen und Erlebnisse, die Eindrücke und Ausblicke, die uns dieser Tag reichlich geschenkt hat, waren ein wenig Anstrengung allemal wert.   

Ein dritter und für dieses Jahr letzter Pilgertag ist für den 26. Oktober 2013 geplant.

Text und Bilder von Cosima Mora

 

 

Pilgern bringt´s ?? -- Na, klar!!

 Unsere erste ganztägige Pilgerwanderung im April hat allen Teilnehmern Freude und Anregungen gebracht. Und: Im Juli setzen wir unseren Weg auf dem Taubertaler Jakobsweg fort. Jeder, der sich einer ca. 20 km langen Wegstrecke gewachsen fühlt, ist eingeladen, mitzukommen auf eine Entdeckungsreise durch Raum und Zeit. Wir treffen uns am Samstag, den 20. Juli 2013 um  8:15 Uhr am Bahnhof  in Wertheim. Um 8:28 Uhr wird uns die Bahn ins Taubertal bringen, am  späten  Nachmittag  fahren  wir von Tauberbischofsheim  wieder zurück. Die Verpflegung bringt jeder für sich selbst im Rucksack mit. (Und bitte Schirme nicht vergessen, damit es auch bestimmt nicht regnet.)

Anmeldung wie gewohnt bei Cosima Mora. Tel.: 09342/84670.

Bilder von der Pilgerwanderung im April 2013